Die Chroniken von Nyx

Textschnipsel

Prinz Kaidan lief durch den Wald, eigentlich wusste er nicht mal mehr so genau wo er war und doch war ihm das gerade egal. Er hatte nur weg gewollt von einem Ort an dem er sich nicht wohl fühlte. Der Prinz ignorierte alles was um ihn herum war, ob es der liebliche Gesang der Vögel war oder die Melodie des Windes. Zu verbittert war sein Herz über die Jahre gewesen und nun hatten ihm diese Leute auch noch erklärt das er mit seinem Herz aus Eis alles kaputt machen würde. Kaidan war sich sicher das er kein Herz aus Eis hatte, die anderen waren alle nur einfach viel zu weich.
Der Wald hatte etwas beruhigendes an sich und vor allem konnte er so dem Treffen entgehen mit ihrer Majestät der Königin von Nyx und deren Gemahl, seinem Cousin.
Dieses Treffen würde er nicht ewig verhindern können aber bis dahin wollte er erst einmal seinen Geist wieder etwas beruhigen.
Kaidan erblickte ein Stück vor sich einen Brunnen an dem eine junge Frau stand, sie trug das marineblaue Gewand einer Priesterin.
Langsam ging er auf sie zu und gab ihr mit einem Handzeichen zu verstehen das sie sich nicht fürchten brauchte.
Vielleicht konnte ihm diese Priesterin etwas mehr die Wahrheit über diesen Planeten sagen, er wusste das die Priesterinnen der Olea dafür bekannt waren immer vollkommen ehrlich zu sein. Irgendwas beruhigendes hatte diese Frau dazu noch an sich.
Der Prinz blieb direkt vor ihr stehen, oft waren die Leute aus Angst vor ihm zurück geschreckt doch diese junge Frau schien ihn überhaupt nicht zu fürchten, als wenn sie nicht einmal wüsste wer er war.
Kaidan stand ruhig da und blickte der jungen Frau vor sich in die Augen. Es schoßen ihm tausende Worte in den Kopf und doch war er gerade nicht wirklich im Stande auch nur ein einziges dieser Worte auszusprechen. Er war ein großer starker Mann, der viel Kampferfahrung hatte und den eigentlich nichts so schnell umhaute.
Nun stand dieses zierliche Geschöpf vor ihm, eine junge Frau die fast zwei Köpfe kleiner war als er und braunen Augen die funkelten wie ein Edelstein.
Er blickte ihr tief in diese Augen und auch wenn er es versuchte so konnte er den Blick nicht von ihnen abwenden, als wenn diese Augen ihn in ihren Bann gezogen hätten. Sie erwiederte seinen Blick mit einem sanften Lächeln auf ihren Lippen. Die Eisschicht auf seinem Herzen begann kleine Risse zu bilden.
Kaidan schluckte, er fühlte wie ein rießiger Stein sich seinen Weg die Speiseröhre runter bahnte.
Es gab soviele Emotionen und Gedanken die er in diesem Lächeln sah, in diesen Augen die für ihn zu dem zauberhaftesten Wesen gehörten das ihm je über den Weg gelaufen war. Vorsichtig fast zögerlich legte seine Hand auf ihre Wange, welche fast vollständig in seiner Handfläche verschwand.
Kaidan fragte sich wie diese junge Frau ihn mit so einem Blick ansehen konnte, sie schien wirklich nicht zu wissen wer er war.
Sie drehte ihren Kopf leicht in seine Hand hinein und schloss für einen Augenblick lang ihre Augen.
Ihre Gesichtszüge strahlten eine tiefe Zufriedenheit aus, es fühlte sich so beruhigend für ihn an seine Hand dort ruhen zu lassen.
Er musterte jede Regung ihres Gesichts, jede noch so winzige Geste ob sie vielleicht jeden Augenblick doch wieder flüchten würde.
Die Eisplatten auf seinem Herzen schmolzen langsam unter einem Gefühl das er bisher in seinem Leben noch nie gespürt hatte.
Allmählich schlich sich auf seine Lippen ebenso ein Lächeln, es war sehr lange her das er das letzte mal jemanden wirklich angelächelt hatte.
Wie war ihr das nur gelungen innerhalb von nur einem Augenblick schaffte sie es sein Herz von einer Eisschicht zu befreien und das obwohl sie noch nicht ein einziges Wort gesagt hatte. Ihre Augen öffneten sich wieder und blickten direkt wieder in die seinen.
Seine Mutter hatte ihm immer prophezeiht das er irgendwann die Liebe seines Lebens treffen würde und das nur ein Augenblick ausreichen würde um das zu erkennen. Sollte sie damit tatsächlich recht behalten haben?
Die Distanz zwischen ihren Gesichtern war schnell überwunden und ehe er wirklich sich bewusst war was er gerade tat, hatten seine Lippen die ihren schon berührt. Es war ein Feuerwerk der Gefühle, es prickelte von seinen Lippen bis hin zu seinen Zehnspitzen.
Sie schien nicht überrascht oder verärgert zu sein, den sie erwiederte den Kuss als wenn es vollkommen verständlich wäre das sie einen ihr Wildfremden Mann einfach so küsste. „Euer Hohheit wo seid ihr?“ rief in eine Stimme wieder in die Gegenwart zurück.
Stockend löste er sich wieder von ihr und schaute ihr wieder tief in die Augen.
Die Person die ihn gerufen hatte kam nun immer dichter und so trat Kaidan einen Schritt zurück von der jungen Frau.
Hinter einem Baum kam nun Roman und Eilan hervor. „Wir haben euch gesucht euer Hohheit“ stellte Eilan fest und blickte dann zwischen Kaidan und der jungen Priesterin hin und her.
„Ich hab also, ich wollte, ich kam“ stotterte er nun ungewohnt vor sich hin und über die Gesichter von Eilan als auch Roman huschte ein leichtes schmunzeln.
„Wie ich sehe habt ihr euch schon bekannt gemacht“ stellte nun Roman fest und blickte die junge Priesterin lächelnd an.
„Noch nicht ganz vollständig fürchte ich“ erwiederte sie und Kaidan lief ein schauer über den Rücken, diese Stimme war die welche er so oft in seinen Träumen gehört hatte. Er blickte ihr erneut ins Gesicht und stellte nun fest das auch ihre Gesichtszüge der Frau in seinen Träumen verdammt stark ähnelten.
„Dann will ich euch einander mal vorstellen. Prinz Kaidan von Nox, das ist die Prinzessin Aurelia, Schwester der Königin und Priesterin von Olea“
Da war er dann auch direkt wieder der große Stein der seinen Hals runterkrabbelte. Seine Augen weiteten sich als er hörte wer die Frau neben ihm war, wer die Frau war die er gerade geküsst hatte. Sie schien nicht weniger überrascht zu sein als er.

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