Das verlorene Vermächtnis

Eine Reise – Teil 2

So ich sehe da bist du wieder, nun bist du bereit das wir weiterreisen können?
Hast du die erste Etappe hier gut überstanden? Oder Albträume von den Nebeldrosseln bekommen?
Was die machen dir keine Angst? Nun das klingt doch gut, denn sie sind bei weitem nicht das schlimmste was hier auf dem Planeten rumläuft oder fliegt.
Vor uns liegt der Kobepass, der uns durch die Kobol-Berge bringen wird. Der Pass ist sehr Eng und die Wege reichen gerade mal das man mit einem Pferd hier lang kommt und es gibt zahlreiche Stellen da sollte man das Tier lieber führen als zu Reiten. Die Wege sind außerdem so verschlungen das man aufpassen muss das man sich nicht verläuft. Es gibt zahlreiche Sackgassen hier.
Woher das Ding seinen Namen hat? Das liegt an den kleinen Biestern die in diesem Gebirge leben. Kobol heißen sie und etwas nervigeres als diese Dinger hast du noch nie erlebt.
Selbst im heißen Sommer, wenn dir die Mücken und Fliegen auf die Nerven gehen bist du nie so genervt wie von diesen Dingern.
Sie sind bis zu einem halben Meter groß, haben kleine Flügelchen. Wirklich fliegen können sie damit nicht aber es hilft, wenn sie größere Sprünge machen. Sie gleiten damit von Stein zu Stein. Sie haben einen Schnabel wie eine Krähe, Füße wie eine Ente, die Flügel sehen aus wie von einer Fledermaus. Seltsame Geschöpfe sind das und die Krönung von dem Ganzen. Diese Viecher haben die Merkfähigkeit einer Eintagsfliege. Sie klauen dir dein Essen, wenn du nicht aufpasst und alles andere was sie in die Finger bekommen. Du kannst sie immer und immer wieder in die Flucht schlagen und sobald wie möglich kommen sie wieder. Die scheinen das sogar noch lustig zu finden, wenn du ihnen in den Hintern trittst.
Wenn man die Berge durchquert muss man immer gut ausgerüstet sein, denn es ist wirklich bitterkalt hier oben. Hier liegt immer Schnee, die Frage ist nur wieviel Schnee hier liegt.
Es gibt nur wenige Monate im Jahr wo der Pass offen ist und man ohne Probleme durchreisen kann, der Rest des Jahres naja da grenzt das schon an Selbstmord, wenn man es versucht.
Da wird man dann Futter der kleinen Kobol und darauf habe ich nun keine wirkliche Lust. Beim Überqueren des Passes sollte man also immer aufpassen. Die Dinger mögen die Farbe Grün nicht, da scheinen die vollkommene Panik zu bekommen und laufen schnell weg. Also sollte man immer etwas Grünes dabeihaben, am besten große Moosdecken.
Du weißt nicht was eine Moosdecke ist? Nun sie werden aus Moos gewebt wie der Name schon sagt. Es gibt auch Tiere, wie Schafe und Ziegen von denen man Wolle bekommt, allerdings gibt es hier bestimmte Moossorten die Lassen sich perfekt verarbeiten und haben dabei eine Dichte das bekommt man mit nichts anderem so hin.
Hier ich habe euch eine eingepackt, das was du am Leib trägst ist doch sicherlich nicht wirklich warm.
Wenn man diesen Pass hinter sich gebracht hat geht es mit den Winterwäldern weiter. Nein hier ist nicht das ganze Jahr über Winter, wobei naja irgendwie auch schon. Der Boden ist sehr hart und wie gefroren. Die Bäume sind komplett weiß, wie mit Schnee bedeckt aber wirklich von der Wurzel bis hin zum letzten Blatt ist hier alles weiß. Soweit das Auge sieht ist alles weiß, deswegen kann man sich hier auch ganz leicht verirren. Du findest selten einen Anhaltspunkt wo du bist.
Ohne einen Erfahrenen Führer solltest du also gar nicht erst versuchen in diese Gegend zu kommen.
Die einzigen Punkte woran man sich versuchen könnte zu Orientieren sind die Flüsse, sie sind miteinander verschlungen und man weiß gar nicht so genau welcher Fluss wo seinen Anfang nimmt und wo der nächste beginnt. Daher nennt man sie einfach nur die Knotenflüsse.
Es könnte sein das sie alle aus einer Quelle stammen oder aber nur durch Zufall alle irgendwie sich ineinandergeflochten haben. Man weiß es nicht genau und wenn man auf ihm fährt sollte man aufpassen. Sie haben gefährliche Stromschnellen und den ein oder anderen Wasserfall, wenn auch nur die der kleineren Sorte.
Allerdings können sie dein Boot ganz schön durchrütteln und dafür sorgen das du die wünscht du wärst im Himmel.
Es gibt aber auch Teile in diesem Wald, da ist der Boden weich wie Schnee. Du kannst da ganz tief drin versinken wie in einem Moor. Dieser Wald ist eine Naturgewalt für sich. Die Kobol wagen sich teilweise ein Stück hinein in den Wald aber sie fürchten den auch hier Lebenden Habichfuchs.
Er ist hier sehr verbreitet und ein Multitalent, wenn es darum geht sich an eine Gegend anzupassen. Wie auch beim Nebel fällt er mit seinem weißen Fell auch hier in dieser Umgebung nicht wirklich auf. Manche sagen das dies seine eigentliche Heimat ist und er nur durch einen Zufall auf die andere Seite des Gebirges kam.
Vielleicht weil es auch Versuche gegeben haben soll dieses Tier gefügig zu machen.
Es konnte natürlich aber nicht klappen, die Wahrscheinlichkeit das man einen Kobol dressieren kann ist größer und wie ich schon sagte. Die können sich nicht wirklich sehr viel merken.
Wenn man hier länger lebt, könnte man irgendwann auf den Gedanken kommen das die ganze Welt nur zwei Farben kennt und das wären Weiß und Schwarz. Wieso nur die beiden? Schau doch mal in den Fluss hinein, was siehst du denn da wirklich?
Er ist jedenfalls nicht blau oder rot wie andere Flüsse, er hat irgendwie eine Art Grauton. Die meisten stellen sind schwarz wie die Nacht und sonst naja die Oberfläche, wenn sie gefroren ist sieht halt weiß wie Eis aus.
Hier trifft man aber nicht wirklich häufig auf irgendwelche Lebewesen. Es gibt Schneehasen die hier leben, kleinere Weiß-Kopf-Amseln.
Hey hey nun schau nicht so betrübt, ja ich weiß auf Dauer kann diese Gegend schon sehr belastend werden.
Wir werden uns hier nicht lange aufhalten versprochen, leider ist das aber die einzige Möglichkeit um die Einsame Ebene zu verlassen.
Warum ich sie nicht weggelassen habe? Nun willst du nur das Paradies sehen? Dann bist du hier auf der falschen Reiseroute, hier wirst du noch das ein oder andere Abenteuer erleben.
Also bist du sicher das, wir weiter gehen sollen? Nun können wir uns entscheiden ob wir eher südlich gehen wollen oder mehr nach Osten. Diese Entscheidung treffen wir dann aber beim nächsten Mal.

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