Sonstiges

Textschnipsel

»Und du« Sie stoppte, atmete tief ein und wieder aus. »Du gehst nun also?« Erkundigte sie sich. Der Versuch das Zittern in ihrer Stimme zu unterdrücken, war ihr nicht gelungen. Ihr ganzer Körper war angespannt, jeder Muskel in ihr war voll auf Spannung. Ihr Herz schlug so schnell und etwas in ihrem Kopf schrie laut.
Er blickte sie an, mit einer Hand am Türgriff, schaute ihr direkt in die Augen und hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen. »Nun den Lebwohl« es war mehr ein krächzen als eine feste Stimme die dies nun sagte. Er drehte sich etwas mehr zu ihr um, lies den Türgriff dabei aber nicht los.
»Das ist doch kein Lebwohl, sondern ein Auf Wiedersehen. Ich muss gehen« fand er nun auch endlich einige Worte.
»Das glaubst du doch selber nicht.« Fauchte sie ihn nun direkt an. Er würde gehen und ihr fiel nichts ei um das zu verhindern. Kein Wort das sie sagen könnte, nichts das sie tun könnte, kein Gefühl, einfach nichts. Hätte sie ihm die Wahrheit sagen sollen? Aber was hätte das schon geändert?
»Wir schreiben oder?«
»Oder was? Telefonieren? Sehen wir uns? Mach dich nicht lächerlich. Du wirst durch diese Tür gehen und mich vergessen haben bevor du die Strasse betrittst.« Unterbrach sie ihn lautstark. Sie ballte ihre Hände, noch etwas Spannung mehr in ihrem Körper und sie glaubte schon zu zerspringen.
»Schreib mir einfach, ich werde Antworten. Vers…«
»Nein versprich es nicht.« Unterbrach sie ihn erneut.
»Den wen du es nicht tust.« Sie senkte den Blick, schaute ihre Füße an und fand einfach nicht die Kraft ihn nun anzusehen. Sein Anblick sorgte für tausend Stiche in ihrem Herzen.
»Dieses mal werde ich nicht warten, auf ein Zeichen von dir, ein Wort oder das du vor meiner Tür stehst.«
Der Klumpen den sie runterschluckte war größer als ihr Herz. Die Tränen standen ihr in den Augen und doch weigerte sie sich gerade jetzt diese zu vergiesen. Er sollte diese Tränen nicht sehen, diese Schwäche.
»Es tut mir leid.« Murmelte er noch einmal und öffnete dann die Tür.
Ihr Herz schrie so laut es nur konnte, das er nicht gehen sollte, das er sie nicht verlassen dürfte und sie ihn brauchte.
»Pass auf dich auf« hauchte sie leise ihm hinterher. Sie musste nur noch einen kleinen Moment durchhalten, dieser wurde aber zur Ewigkeit.
Ein Teil von ihr glaubte Jahre dort zu stehen bis die Tür zugefallen war.
Ihr Herz schien erst weiter zu schlagen als sie auf dem Gang seine Schritte vernahm die sich von der Tür entfernten.
Sie stellte fest, das sie die Luft angehalten hatte und atmete langgezogen aus.
Er war weg, er hatte sie einfach alleine gelassen.
»Lebwohl« fügte sie nun noch leise hinzu. Ihre Beine gaben nach und sie sank auf die Knie. Die Tränen, welche sie bisher mühevoll zurück gehalten hatte, liefen ihr nun übers Gesicht.
Eine Träne für jeden Moment den sie erlebt hatten, eine Träne für jeden Gedanken an eine Zukunft die nicht kommen würde, eine Träne für jeden Traum der Zukunft.
Er war fort, ob sie ihn je wiedersah war mehr als fraglich.
Er war nicht der erste Mann der aus ihrem Leben verschwand und würde nicht der letzte bleiben. Nur stand er leider auf der Liste von Männern wo sie nie rausgefunden hatte was sie wirklich für ihn empfand. Sie weinte um eine Zukunft die sie nicht haben würde.

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