Sonstiges

Textschnipsel

Langsamen Schrittes betrat sie den Raum. Sie schaute sich schnell um ob auch ja niemand da war. Um so wenig Geräusche wie möglich zu machen hatte sie exta die Schuhe ausgezogen. Ihr Blick flog durch den Raum, hier und da lagen Sachen von ihr herum. Diese mussten so schnell wie möglich in ihre Tasche gepackt werden, den sie wollte verschwunden sein bevor jemand merken konnte das sie da war. Ihre Schritte führten sie als erstes zur Kommode, die unterste Schublade wurde geöffnet und die darin befindlichen Sachen einfach in ihre Tasche gestopft. Für Sauberes stapeln in der Tasche war einfach keine Zeit, den jeden Moment würde er wiederkommen. Sie musste einfach vorher verschwunden sein, sonst würde er wieder Fragen stellen die sie nicht beantworten konnte, nicht beantworten wollte. Weitere Sachen wurden aus dem großen Kleiderschrank geholt, aus dem Bad und schließlich blieb sie vor dem Nachttisch stehen. Das Bild von ihr und ihm stand dort, es lächelte sie an. Vorsichtig griff sie danach, es war ein Bild aus Tagen gewesen wo sie sich noch glücklich glaubte. Wo sie dachte hierher zu gehören, doch diese Tage waren vorbei. Er durfte die Wahrheit nicht erfahren und wenn sie blieb war das nicht lange zu vermeiden gewesen. Eine Träne lief ihr über die Wange und tropfte schließlich auf das Bild in ihrer Hand.
Plötzlich hörte sie Stimmen im Flur, Stimmen die näher kamen und vor der Zimmertür stoppten. Sie warf das Bild auf das Bett und rannte dann schnell ins Badezimmer. Die Tür leise anlehnend, durch den Spalt konnte sie nichts sehen aber immer noch genug hören.
Jemand betrat den Raum und der Duft sagte ihr schon genau wer es war. Dieses Aftersave kannte sie nur zu genau. Ihr Herz blieb für einen Moment stehen, ehe es sich entschied dann um einiges schneller zu schlagen. Schnell genug das sie glaubte es müsste jeden moment aus ihrer Brust herausplatzen.
Zügig betrat er den Raum, er wollte sich nur schnell ein frisches Hemd anziehen. Er hatte gehört das man sie gesehen hatte, dort wollte er schnell hin. Allerdings hielt er es für keine gute Idee wenn sie ihn in dem Hemd nun sah. Er hatte sich mit seinem Bruder gestritten gehabt, das war in einer Schlägerei ausgeartet gewesen die von ihrer Mutter beendet wurde.
Er zog sich das Hemd aus und warf es achtlos auf das Bett. Leise grummelte er vor sich hin als ihm ein Duft in die Nase stieg, ein Duft den er nur zu genau kannte. Das war aber nicht möglich, sie war gerade vor 10min am anderen Ende der Stadt gesehen worden, sein Herz wollte diesen Geruch in der Nase haben.
Der Kleiderschrank wurde geöffnet und das nächstbeste Hemd herausgeholt. Dies zog er schnell über und drehte sich dann zum Bett um, das alte Hemd wollte er wenigstens noch in den Korb werfen. Seine Hand griff nach dem Hemd, als er das Bild auf dem Bett entdeckte. Seine Schritte gingen um das Bett herum.
Das Bild nahm er in beide Hände, als würde er einen großen schweren Schatz aus einer Kiste heben. Wieso nur lag das Bild hier, er war sich sicher das er es nicht von seinem Platz entfernt hatte.
Dieses Bild war ein Schatz und er hatte es nicht einmal gewagt es auch nur einen Milimeter von seinem Platz zu entfernen.
Sein Blick wanderte nun durch das Zimmer, es sah genauso aus wie er es verlassen hatte. Nur das Bild lag auf dem Bett, alles andere war an seinem Platz. Hastigen Schrittes eilte er zur Tür, vielleicht war jemand in seinem Zimmer gewesen. Er würde sich erkundigen, das war nun das allerletzte. Eigentlich hatte er Anweisung gegeben das niemand sein Zimmer betreten durfte.
Im Türrahmen blieb er dann aber stehen und drehte sich um. Anstatt die Tür nun aber wieder ganz zu öffnen, schloss er sie nun ganz leise. Drehte den Schlüssel so leise wie möglich um und drehte sich dann zum Raum um.
Sollte das wirklich möglich sein, sollten seine Sinne ihn doch nicht getäuscht haben.
Er ging einige Schritte wieder in den Raum hinein und hockte sich dann neben das Bett um darunter zu sehen. Hier war keiner, irgendwie hatte er schon fast gedacht das sie dort vielleicht liegen könnte.
Ein tiefer Seufzer kam ihm über die Lippen, er musste sich das doch nur eingebildet haben. Dann fiel sein Blick aber auf die Badezimmertür. Immer wieder hatte sie ihn dafür kritisiert das er diese Tür offen stehen lies. Das er es nicht schaffte die Tür zu schließen und ob sie dafür sorgen sollte das die Türen sich überall selber schlossen wie in einer U-Bahn.
So leise wie möglich schlich er auf die Tür zu und blieb direkt davor stehen.
Sie wartete auf der anderen Seite nur darauf, das sie die Zimmertür hörte und er damit endlich ging. Das es so leise geworden war, machte ihr schon etwas Hoffnung. Es würde nur einige Minuten dauern und sie würde aus dem Zimmer gehen können.
Mit einem Ruck öffnete er die Tür und schlug sie ihr damit direkt gegen den Kopf.
Diese Tatsache lies sie erst einmal zurück taumeln und ehe sich der Gedanke zur Flucht auch nur bilden konnte, stand er auch schon direkt vor ihr.
Das Hemd geöffnet, die Haare zerzaust, so stand er nun vor ihr und blickte sie direkt an.
Sie blickte ihn nun direkt an und ein kurzer aufschrei kam ihr über die Lippen.
Er wusste in dem Moment nicht was er sagen sollte, er hatte sie gefunden. Das war alles was er gerade wusste, alles was wirklich wichtig war. Ohne ein Wort zu sagen zog er sie einfach in seine Arme. Sie wusste ebenso wenig was sie sagen sollte und fand sich in seinen Armen wieder, ehe sie darüber nachdenken konnte. Ihr Herz war vor der Tatsache vollkommen begeistert, nur ihr Verstand wollte Protest anmelden. Nur wurde dieser Protest vollkommen ignoriert, die Tatsache das er hier vor ihr stand machte alles zunichte.
Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Brust und hörte wie schnell sein Herz schlug, dies konnte ihrem eignen sicherlich Konkurenz machen. Seine Hände wanderten zu ihrem Gesicht und drehten es vorsichtig so, das sie ihn ansehen musste. Sie blickte in diese braunen Augen, blickte noch viel weiter dahinter bis in sein Herz und sie wusste genau was er nun sagen wollte. Was er fühlte und dachte, sie kannte diesen Mann einfach auswendig.
Ihr Verstand meldete nun wieder leise Protest an, diesen wollte sie nun in Worte fassen. Bevor sie das aber tun konnte, beugte er sich zu ihr runter. Seine Lippen berührten die ihre und egal welche Worte nun über diese Lippen hatten kommen wollen, nun waren sie weg.
Sie schlossen beide die Augen, verloren sich in diesem Kuss. Seine Arme drückten sie fest an sich, ihre Arme liesen die Tasche fallen und wanderten langsam zu seinem Rücken.
Das Klopfen an seiner Schlafzimmertür rief sie beide in die Gegenwart zurück.
»Richard bist du da?« Wollte seine Mutter wissen. Ein tiefes grummeln kam über seine Lippen.
»Lass mich bitte etwas alleine Mutter, ich komme später zu dir.«
»Richard, lass uns doch bitte darüber reden.« Versuchte sie es noch einmal.
»Ich sagte später« herrschte er nun die Tür an und hörte dann wie die Schritte im Gang nach einem Moment verhalten.
Dann blickte er sie wieder an, schaute ihr tief in ihre graublauen Augen. »Richard« hauchte sie, bevor sie weiter etwas sagen konnte spürte sie aber seinen Finger auf ihren Lippen.
»Ich lass dich nicht gehen. Unterkeinen Umständen. Was auch immer der Grund ist, ich weiß du liebst mich. Nichts wird uns darin hindern zusammen zu sein. Ich brauche dich.«

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