Das verlorene Vermächtnis

Die Heilende Wirkung des schreibens

Schreiben kann eine Heilsame Wirkung haben. Ja das es so ist wusste ich irgendwie schon, jedoch war mir nicht immer ganz klar wie sehr.
Folgende Szene habe ich gerade kürzlich auf Papier geschrieben und nun auf den PC gebracht. Ob sie so ins Buch kommt weiß ich noch nicht. Sie hatte für mich jedenfalls etwas das sich wie Balsam für meine aktuell geschundene Seele.
Mein Herz verlangte es zu schreiben und nun will es es mit euch Teilen.
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„Nyssa“ das Mädchen drehte sich immer wieder im Kreis. Sie hörte die Stimme, jedoch konnte sie ihn nicht sehen. Ihr Blick suchte den Wald ab, alles wirkte auf einmal so viel größer als sonst.
„Vater“ ihre Stimme hallte von den Bäumen wieder, eilig versuchte sie der Stimme zu folgen welche immer wieder ihren Namen rief.
Sie rannte gerade um einen Baum, da stand er plötzlich vor ihr in seiner ganzen Pracht. Als würde er an diesen Ort gehören, genau hier und zu dieser Zeit. Seine Rüstung blitze vor Sauberkeit wie es nur eine frisch geschmiedete Rüstung tun würde.
Die Oreade wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen, wenn ihr Stolz sie nicht davon abgehalten hätte.
„Es tut mir so leid meine kleine“
Ihre Beine waren so schwer und hatten sich irgendwie mit dem Erdboden verwoben, es war unmöglich einen Fuß auch nur anzugeben.
„Ich wusste vom Tag deiner Geburt das du was besonderes ist.“ Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen, sanft und liebevoll blickten seine Augen sie an.
„Ich habe dich klein gehalten aus Furcht das man dir das Leben nur schwer machen würde. Nie wusste ich was dich so besonders machte. Nun weiß ich es“
Es krabbelte ihren Rücken raus, lies ihr Herz schneller schlagen. Ihre Hände wurden zu Fäusten geballt. Die Haare auf ihrer Haut suchten einen Stehplatz, wie konnte er es wagen hier zu erscheinen und so etwas zu sagen.
„Ich bin nichts, nichts besonderes sonst hätte ich dich und Mutter retten können. Meine Brüder, Onkel und alle anderen.“
Nun sprang sie auf ihn zu und schlug auf seinen Brustpanzer ein. Ihre Schläge verursachten kleinere Dellen im Metall.
Er legte seine Arme um sie und zog sie einfach an sich. Drückte sie so sanft es ging gegen seine Rüstung und streichelte ihr über den Kopf.
„Es tut mir leid kleines. Es war dir einfach nie bestimmt mich zu retten. Dennoch bist du was besonderes. Du bist“
„Nein Vater ich bin ich, einfach nur ich. Nyssa Silberblut deine Tochter und ein Feigling. Ich lief weg als ich hätte kämpfen sollen.“ unterbrach sie ihn lautstark. Sie löste sich aus der Umarmung und blickte ihn mit funkelnden Augen an.
„Du bist meine Tochter und seine Erbin. Das Schicksal hat einen anderen Plan für dich. Außerdem mein Kind gibt es Momente da muss man kämpfen und ebenso Momente da ist das Weglaufen der bessere Weg. Sonst wärst du nun ebenso Tod wie ich es bin. „ erklärte er ihr ruhig, wissend was in ihr gerade vor sich ging.
„Aber wir wären zusammen. Im Tod alle vereint. Scheiß auf das Schicksal, ich..“ erneut geriet sie ins Stocken und senkte den Blick.
In ihrem Hals entwickelte sich ein Brocken, dieser schien immer weiter zu wachsen. Er nahm ihr die Fähigkeit zu sprechen und erschwerte das Atmen. Ein Brocken im Hals der weder runter geschluckt noch ausgespuckt werden konnte.
Er legte seine Hand unter ihr Kinn und schob es nach oben, damit sie ihn wieder direkt ansehen konnte.
„Du bist meine Tochter, du musst irgendwann meinen Platz einnehmen. Vereine was getrennt, behüte was ist Schutzlos, bewache was ist dein. Sei Gerecht und gütig zu den deinen, sei freundlich und aufmerksam zu deinen Freunden, stark und unnachgiebig zu deinen Feinden. Entscheide nichts wenn du voller Wut im Bauch bist und ebenso wenig verspreche wenn dein Herz zerspringt vor Glück. Beherzige meinen Rat und du wirst die größte unseres Volkes. Jene von denen noch in Geschichten erzählt werden wird. „
Das Mädchen schüttelte den Kopf. Die richtigen Worte für eine Antwort wollten ihr einfach nicht in den Sinn kommen aber irgendwas konnte sie doch nicht sagen.
„Ich vermisse dich“ war das einzige was sie über die Lippen brachte.
Er beugte sich vor und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
So schnell wie er erschienen war, so schnell verschwand er wieder und hinterließ nichts als einen leichten Nebel.

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